Dienstag, 22. Mai 2012

Hobelbank

Mai 2012
(Update im "Post Scriptum")

Prolog:
Vor einiger Zeit erhielt ich für einen etwas längeren Nachbarschafts-/Freundschaftsdienst für wenig Geld (das ich schon aufzwingen musste) eine ganze Palette Werkzeug und diese kleine, feine Hobelbank.
Wie es scheint war dies eine ausgemusterte kleine Bank aus einer Schule. Die Höhe war ungefähr 75 - 76cm.

Die "Renovierung":
Anfangs schaffte ich es nur mit Gewalt, die untere Lade aufzubekommen und das auch nur einen kleinen Spalt. So machte ich mich daran, die Bank Stück für Stück auseinander zu nehmen.
Zuerst die Rückwand, um an die Lade zu kommen. Dann wurden alle Metallteile sorgfälltige gereinigt sowie eingeölt zur Schmierung und Konservierung.
Da der Keller der Nachbarin wohl genau so eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweist, wie der meine, hat die Lade wohl etwas stärker gearbeitet. So habe ich mit dem Bandschleifer für ein wenig mehr Raum gesorgt und siehe da, die Lade rollt schön nach unten auf.
Sonst war nichts kaputt, angemodert oder unbrauchbar. Im Gegenteil, nicht mal die Tischplatte benötigte Ausbesserungen oder sonstiges.


Nun testete ich die Hinterzange. Sie war sehr schwergängig, also wurde sie aufgeschraubt, ordentlich gereinigt und gut geölt. Nach dem Zusammenbau ging es schon ein wenig besser. Doch hier bin ich noch nicht ganz zufrieden. Wer also einen Tipp für mich hat - nur raus damit.
Ich stellte die Bank an die Wand und widmete mich der Vorderzange. Hier reichte es aus, die Spindel zu reinigen und zu ölen.


So konnte ich schließlich einige Wochen und Monate arbeiten. Allerdings machte mir die Höhe etwas zu schaffen - vor allem mein Rücken beschwerte sich hin und wieder.
Letzte Woche war's mir dann zu bunt. Platte heruntergehieft und das Untergestell flach gelegt.


Ich habe die Arbeitsschritte zwar nicht mitfotografiert, aber viel Fantasie braucht man hierzu nicht.
Von einem Kantholz wurden mit der Kataba zwei gleich lange Teile abgesägt.
Das restliche Teil wurde einfach halbiert und dann die beiden Teile auf etwa 30 Grad angerissen und abgelängt. Dieses Vorgehen hat weniger einen konstruktiven und mehr einen optischen Grund - ich finds ganz nett.

Mit der Lamello wurden in die Füße und den Balken eingeschlitzt und alles zusammengeleimt.


Nun wurden die Löcher mit einem langen 3mm starken Bohrer vorgebohrt, wenn man genau hinsieht, kann man den 15cm langen Bohrer an der Bosch sehen. Seitdem ich diesen Bohrer habe, ist mir kein Balken oder ähnliches mehr gerissen, wenn ich lange und etwas stärkere Schrauben verwendete. Damit die Schraubenköpfe nicht mehr zu sehen sind wurden noch ein wenig vorgesenkt.
Beim Eindrehen der Schrauben (100mm) war der Winkelaufsatz der Festool äußerst hilfreich.
Ich hatte mir noch ein paar 120er Schrauben besorgt und diese von unten eingedreht - das sollte wohl halten.


Wieder aufgerichtet und an die Wand gerückt. Ich denke die Höhe sollte nun besser passen.


Bei den ersten einfachen Tests schien mir die Bank gut stabil zu sein. Sollte sich das Gegenteil doch noch rausstellen, werde ich links und rechts von der Bank zwei Klötzchen an die Wand dübeln.


Fazit & mal wieder was gelernt:
  • Seitdem ich diese Hobelbank habe merke ich erst, wie praktisch diese ist. Obwohl ich mit meiner selbst gebauten Werkbank recht zufrieden war ist das nun ein kleiner Quantensprung.
  • Diese kleine Renovierung hat mir gezeigt, dass man so das ein oder andere Möbel oder Werkstück vor der Ausmusterung retten kann und sich die Arbeit oftmals auch lohnt.
Vielleicht kann mir noch jemand einen Tipp geben, wie ich die Vorder- aber vor allem die Hinterzange noch besser gangbar machen kann. Außerdem weiß ich immer noch nicht ,wann ich Öl und wann ich Fett nehmen muss. Also bitte Feuer frei.

Ich hoffe, ich konnte euch wieder einen kleinen interessanten Einblick in meine Werkstatt geben.

Schönen Gruß

Martin :o)

Post Scriptum:
Im Forum bat ich um Hilfe, da die Hinterzange leider im letzten Bereich kurz vorm Schließen sehr Schwergängig war. Mir wurden Tips gegeben über Fett statt Öl, Teflonspray oder Roststellen entfernen.
Rost entfernen, Reinigen und Fetten hatte ich probiert ohne Gewinn.
Dann überlegt: Die Zange ging erst schwer nachdem ich sie zum ersten mal auseinander genommen hatte. Ich versuche Zwar Schrauben nicht zu fest anzuziehen aber vielleicht hatte ichs damals übertrieben. Und tatsächlich, eine viertel bis halbe Umdrehung leichter und schon "flutschte" die Zange. Ich denke dass auch das Reinigen und fetten nun geholfen hat.
Um aber keine lapprige Angelegenheit zu haben legte ich einen dünnen Abschnitt dazwischen.


Und weil ich gerade in Fahrt war, schleifte ich auf gleich die Bankhaken etwas ab und konservierte sie mit etwas Öl - siehe da, endlich bekomme ich diese ohne rohe Gewalt aus den Löchern heraus.


Nochmals vielen Dank an alle aus dem Forum, die sich mit Tipps bei der Diskussion beteiligten.

Liebe Grüße

Martin :o)

Kommentare:

  1. Hallo Martin,
    schöne Dokumentation und ein sehr schönes "Spielzeug" diese kleine Hobelbank.
    Zum Thema schmieren würde ich persönlich bei Spindeln Fett verwenden. Ich behaupte mal, daß das nicht so sehr den Dreck und Holzstaub anzieht wie Öl und vor allem länger vorhält (schmiert).
    Um Deine Vorder- und Hinterzange leichtgängiger zu machen könntest Du im Fall der Vorderzange mal versuchen, die beiden Führungsstangen zu "polieren", sprich mit gaaanz feinem Schleifpapier oder besser mit Stahlwolle (damit kann man eigentlich nichts kaputtmachen)die alte Dreck- und Oxidschicht zu entfernen. Anschließend leicht schmieren. Bei der Hinterzange würde ich die auf Bild 3 sichtbare Metallplatte (ich vermute, daß darüber das Holz gleitet!?) ebenfalls nach oben erwähnter Methode "polieren".

    Viele Grüße
    Bernd Zimmermann
    (adila.bernd.zimmermann@t-online.de)

    AntwortenLöschen
  2. Servus Bernd,

    danke für den Tipp. Werd mir v.a. die Hinterzange gleich nochmal vornehmen.

    Schönen Gruß

    Martin

    AntwortenLöschen
  3. Schönes Ding Martin :o) GLG JR

    AntwortenLöschen