Sonntag, 9. Juni 2013

Rähmchen bauen und Mittelwände einlöten

Prolog:
Um es sich bei der Imkerei etwas einfacher zu machen bezüglich der Betriebsweise, werden Bienen heutzutage in der Regel in Kästen, auch Bienenbeuten, Zargen oder Magazine genannt, gehalten.
In diese werden sogenannte Rähmchen gehängt, in die Mittelwände gelötet werden. Diese geben den Bienen die Größe der Zellen vor, so daß sie in der Regel Zellen Aufzucht von Arbeiterinnenbrut ausbauen. Ich bestellte also die Rähmchen in Teilen, um sie selbst zusammen zu bauen. Man kann diese zwar auf bereits fertig kaufen, aber ich wollte ein paar Euro sparen und hab ja schließlich meine Werkstatt.


Der Bau:

In der Imkerschule in Kleinkemnat hatten wir mit den Probeimkern bereits die Arbeiten geübt und nun ging in der eigenen Werkstatt ans Werk mit der Unterstützung eines Freundes.

Hier sieht man alle Teile, die man für den Bau benötigt:
  1. Messingösen - verhindern das einreißen des Edelstahldrahtes
  2. Leim - möglichst wasserfest
  3. Oberträger
  4. Seitenteil
  5. Edelstahldraht
  6. Unterträger
  7. Druckluftnagler

Zuerst habe ich in die Seitenteile die Metallösen gedrückt. Hierfür habe ich mir noch ein Werkzeug hergestellt. Zuerst habe ich ein Loch durch ein Holzklötzchen (als Halterung) gebohrt und den Schraubenzieher durchgeschoben. Mit dem Schleifstein hab ich den Schraubenzieher entsprechend zugeschliffen.


Ösen auf das neue Werkzeug und mit etwas Druck wurden die Ösen eingepresst.


Die Rähmchenteile wurden geleimt und mit dem Drucklufttacker zusammen genagelt...


...mit freundlicher Unterstützung meines Freundes.


Um zwischen den Rähmchen ausreichend Platz für die Tierchen zu halten gibt es verschiedene Varianten:
  • Seitenteile mit Hoffmansseiten. Hier sind die Seitenteile von Haus aus verbreitert. Somit ist keine weitere Montage nötig, allerdings verbauen/verkleben die Bienen die sehr stark.
  • Verschiedenste Abstandshalter aus Plastik oder Metall.
Ich habe mich für letzteres entschieden und zwar für die sog. Pilzköpfe.


Hier ein kleiner Zwischenstand.


Ein bisschen weiter...


...und noch ein bisschen weiter, Akkordarbeit machts möglich.


Nun geht es ans Drahten der Rähmchen mit Edelstahldraht, Edelstahl um Rost zu vermeiden. Hier sieht man schon fertig gedrahtete Rähmchen. Der Vorgang ist relativ einfach: Das Rähmchen wird in Vorspannung gebracht. Der Draht wird komplett durch die Ösen gezogen. Auf einer Seite wird ein kleiner Nagel befestigt, Draht drei bis viermal herumgewickelt, abgeknippst und der Nagel vollends eingeschlagen.
Damit sich der Draht nicht unkontrolliert abwickelt hab ich zwischendrein noch einen Drahtabroller gebastelt.


Am anderen Ende vom Draht wird ein Nagel mit einer Zange eingedrückt, klingt komisch geht aber nach vier- fünfmal über schneller als das Ganze auf einer Tischecke zu nageln. 


 Mit der Zange kann der Draht dann auch gespannt werden, hierbei ist es wirkungsvoll die "Saiten" immer wieder nacheinander mit der Hand zu "zupfen", um somit die Spannung des Drahtes gleichmäßig zu verteilen.


Hat der Draht die gewünscht Spannung wird er um den zweiten Nagel gewickelt, abgeknippst und mit der Zange vollends versenkt.


Das Rähmchen ist nun fertig und kann ausgespannt werden. Dadurch erhält der Draht noch mehr Spannung und es kann nun mit dem Einlöten der Mittelwände begonnen werden.

Hierfür habe ich einen Lichttrafo gegen ein Puzzle getauscht - so hat jeder was davon ;O)
Ich habe die vorhandenen Litzen neu verlegt und verlängert mit Litzen, die Bananenstecker an den Enden haben. Diese sind zum halten sehr praktisch.


Hier nun auch ein paar Bilder aus dem Kurs.
Man legt eine Platte unter, die gerade so Platz im Rähmchen findet.


 Im Oberträger ist eine kleine Nut eingefräst, in die die Mittelwand einfeädel wird.


Manch einer lötet alle vier Stränge auf einmal, ich hingegen mach lieber einen nach dem anderen.
Der Vorgang ist eigentlich recht einfach: die beiden Stecker werden einfach kurz an die Enden gehalten. Da der Draht sehr dünn ist erwärmt sich dieser sehr schnell. Daher ist es anfangs besser die Drähte wirklich nur ganz kurz und dafür mehrfach hintereinander anzutippen.
Durch die Wärme schmilzt das Wachs und man kann das Rähmchen leicht andrücken. Nach wenigen Augenblicken ist das Wachs wieder so fest, dass man weiter machen kann.


 Mit etwas Übung schafft man so ein Rähmchen in etwa einer halben Minute. Man kann dies auch während des Fernsehens auf der Couch machen - es riecht dann auch so schöne nach Bienenwachs - herrlich :O)


Fazit:
  • Man spart sich wirklich nicht viel Geld, wenn man Rähmchen in Teilen kauft und selbst macht. Allerdings hat man z.B. durch einen dickeren Draht oder Messingösen auch bessere Qualität.
  • Spaß machts trotzdem.
  • Man hat einen Grund um einen Druckluftkompressor anzuschaffen ;O)
Das war endlich wieder ein kleiner Einblick in die handwerklichen Tätigkeiten der Imkerei.
Bis bald

Euer Martin :O)

Kommentare:

  1. Hallo Martin
    Das kommt mir recht bekannt vor, aber ich habe mir erstmal fertige Rähmchen gekauft, weil ich die Sparmöglichkeiten für eher gering halte. Aber wie du schon sagst... "Man hat einen Grund um einen Druckluftkompressor anzuschaffen " :-)

    Der nächste Winter kommt ja bestimmt, dann werde ich mich auch mal da dran wagen, dann aber komplett Eigenbau.

    2 Fragen hätte ich noch...
    Wie,bzw. wo lagerst du deine fertigen Rähmchen?

    Hast du eine gute Anleitung samt Maßen für die Holzzargen?

    Grüße
    Ralf

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    Antworten
    1. Hi Ralf,
      Schön endlich melden sich die Imker.
      Bei den Rähmchen spart man wahrlich nicht viel. Wenn Du selber bauen willst würde ich erst mal zwei drei testen und schauen ob sich der Zeitaufwand lohnt. Man kann sich hier auch sicher schnell "unglücklich" machen.
      Die Rähmchen lagern aktuell in Bananenkisten - perfekt bei Zander - im Keller eines Bekannten.
      Wenn ich die Zargen fertig habe werde ich diese entsprechend umhängen.
      Der Blogpost für die Zargen ist in der Mache, soviel sie verraten: ich hab mir Bausätze geholt. Wie gesagt dazu in ein zwei Wochen mehr. Ich hoffe die Antwort war schon teilweise hilfreich. Lass mal was von Deinen Bienchen sehen.
      LG und volle Honigtöpfe
      Martin :o)

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