Sonntag, 10. September 2017

10. Juni 2015 - Bad unten

Neulich hab ich Euch gezeigt, wie wir das obere Bad gebaut haben.
Ich wiederhol jetzt nicht alle Grundlagen noch mal, die Herausforderung war aber nicht nur ein Bad auf 4,5 qm zu schaffen, sondern, dass es mehr wird als nur Toilette im Erdgeschoss. Meine Befürchtung war nämlich, dass man ein Bad nicht nutzt, wenn es nicht im gleichen Stockwerk ist, wie das Schlafzimmer.

Daher war eine gute Planung wichtig und hier seht Ihr nen ECHTEN SCREENSHOT von der Planung.  :O)


Wie das Ganze dann geworden ist könnt Ihr jetzt im Folgenden lesen.

So sah das Bad aus bei unserer ersten Hausbesichtigung



Eine kleine Eckbadewanne mit komischen Spritzschutz. Aber eigentlich wars recht gemütlich.


Ihr kennt es ja inzwischen. Erst mal gings ans Abreißen.


Timo mal wieder in unermüdlichem Einsatz. Mal wieder vielen lieben Dank.


Beim Sanieren der Bäder haben wir hunderte Kilo an Fliesen, Schutt und Dreck rausgetragen. Hier haben wir schon den Kanal für den Versorgungsschacht geschlitzt.


Hier hatte ich dann doch mal ein mulmiges Gefühl, da die Mauer nicht gerade dick war und ich nicht sicher war, was diese Wand noch oben gehalten hat. Die beiden Profis, die ich da hatte (Sanitärler und Maurer), haben mich aber beruhigt, dass das schon mal vorkommt.


Dann gings wieder los mit Leitungen legen und Sanitärkram machen natürlich aus Meisterhand bzw. dessen Azubi. Ja, man könnte das auch selber, man braucht aber viel (teures) Werkzeug und es ist manchmal schon recht fummelig, da sind die Tricks der Erfahrenen wirklich Gold wert.


Hier die neuen Abwasserinstallationen.


Ich bin den Sanitärlern ständig im Weg rumgegangen, da ich den Estrich rausgebrochen hab. Da darunter der unbeheizte Keller ist, hatten wir beschlossen hier eine kleine Fußbodenheizung reinzumachen.


Der Meister hat die neuen Rohre und Mischbaterien verlegt und gepresst und hat mir zwischendurch Anweisungen gegeben...


...wo noch was nachzubrechen war.


Jetzt aber mal eine Aktion, die ich mit nem anderen Spetzl gemacht hab, vielen Dank an der Stelle auch an Dich Tobias.
Wir haben in den Bädern einen der beiden Kaminstränge laufen. Wir wollten nun eine Mauerung an diesen Kamin machen, um den Duschbereich auszubilden und der übrige Platz soll mal als Regal dienen, wie Ihr es auf dem ersten Bild, gaaanz oben sehen könnt -....

Nachdem Ihr gerade alle schnell raufgescrollt habt - HIER - seid Ihr stehen geblieben (Ihr seid so durchschaubar ;O).


Also erst mal ein schönes Mörtelbett ausgelegt.Hier darf man ruhig ein bisschen mehr beigeben, um alles gut ins Wasser zu bringen.


Die heutigen Ziegelsteine sind recht praktisch: Großformatig, mit Nut und Feder und auch noch Grifflöchern - da hat mal jemand mitgedacht.




Wie Ihr hier sehen könnt, kann man sich dadurch die Verklebung an den Seiten ersparen.


Wir drei haben selber noch nie eine Mauer hochgezogen, daher waren wir lieber sehr genau - wobei das geflügelte Wort "Der Putz macht´s grad" des öfteren viel.


Da wir als Abstellfläche für Duschgel und so eine Aussparung geplant hatten mussten wir jetzt eine Aussparung in der Mauer machen. Also erst mal was ausschneiden.


Mein Neffe hat das Vorgeschnittene dann ausgeklopfft.





Eigentlich ganz gut geworden für uns Anfänger.


Das Spannende war jetzt natürlich entsprechend stabil weiter zu bauen. Ich hatte länger über das Problem nachgedacht, bis mir ein Spetzl sagte, ich solle doch einfach einen L-Förmigen Träger gießen.

Und so wurde das gemacht. Erst mal eine Form bauen.



Dann wurden zwei Baustahlstangen gebogen und das Ganze mit Beton in die Form eingearbeitet.


Ich war mir etwas unsicher, und so haben wir den Mörtel noch mit etwas Armierungskleber angereichert, um eine etwas höhere Klebekraft zu erreichen.


Oben haben wir das Ganze einfach ausgeschäumt. Außerdem haben wir den kleinen Zwischenraum zwischen Mauer und Kamin nach jeder Lage verklebt bzw. ausgeworfen.

Ein ganzer Tag Arbeit. Heute wäre ich mit der Geschwindigkeit nicht zufrieden, heute ging es auch schneller. Für die erste Mauer, die wir ohne Profi gemauert haben eigentlich gar nicht so schlecht.


Und dann war mal wieder Zeit Leitungen zu verlegen und zu fixieren. Die Vormauerung hat dann Werner, mein Maurer, gemacht.

Wie bereits erwähnt hatten wir vor hier eine Fußbodenheizung zu machen. Normalerweise macht man für Flächenheizungen separate Heizkreisläufe, da mit niedrigeren Temperaturen gefahren wird.
Das schien uns aber zu kompliziert für 4 qm. Also haben wir ein kleines Kästchen mit einem eigenem Thermostat installiert (siehe roter Kreis).



Ihr seht, ich habe nicht an Steckdosen gespart. Im unteren Bad sind es zehn, im oberen elf. Früher schon war es immer nervig alles umzustecken. Radio, Rasierer, Licht, Zahnbürste... Wenn man alles neu macht spricht nichts dagegen etwas aufhausiger zu sein.


Ja, und dann wollten wir Fenster setzen, allerdings hatten wir falsch gemessen und zu viel weggebrochen. Also mussten wir noch mal etwas ankleben. Da es aber nasskalt war mussten wir beim Trocknen nachhelfen. Gute Halogenstrahler - VERSUCHT DAS MAL MIT LED.... da wartest Jahre.


Endlich getrocknet konnte ich mit Reinhard, auch einer meiner unermüdlichen Helfer, das Fenster setzen.


Vorm Verputzen musste ich die Versorgungsleitungen zu werfen.

Anekdote am Rande: Ich wollte unbedingt schnell vorankommen und diesen riesigen Schlitz auf einmal zu werfen. Dabei sollte man wissen, dass Putz und Kleber irgendwann anfangen an zuziehen und in dieser Zeit keine Erschütterungen abbekommen sollten. Um aber die Luft aus den Schlitzen zu bekommen, soll man den Putz rein werfen - Ihr seht vielleicht schon worauf das rausläuft. Ich war also schon recht weit und warf eine recht große Kelle in den breiten Schlitz. Es macht Pflatsch und der Putz von etwa zwei Säcken Putz viel aus dem Schlitz auf den Boden... Feierabend!


Nun gut, irgendwann hab ichs dann doch noch geschafft. Werner hat Eckschutzschienen gesetzt und nachdem alles abgeklebt war...


... konnte wieder verputzt werden.



Hier noch die andere Seite.


Mein Sanitärler hat die Ablaufschiene der Dusche gesetzt, ...


... im Keller angeschlossen, ...




... und gegossen, dass Sie größer wird - Quatsch - getestet. Ich hör Euch jetzt schon fragen, ob das nicht etwas "stümperhaft" ist den Ablauf im Keller anzuschließen und nicht ordentlich einzugießen. Es war eigentlich meine Idee, denn:
1.) Wir haben ein altes Haus das saniert wird; ich muss mich daher auch an bestehende Gegebenheiten richten, wie hier die Höhe anderer Fußböden.
2.) Sehe ich den Keller, hier Waschküche, als Funktionsraum; wenn hier also Leitungen an der Decke laufen, ist es mir, solange sie mir nicht im Wege sind, egal.
3.) Sollte mal ein Verstopfung bestehen, so kann diese leicht und nicht invasiv beseitigt werden.


Dann konnten wir endlich mit der Fußbodenheizung anfangen. Die Noppenbahn wurde mit Fließenkleber verklebt, ohne Verschraubungen hält das aber nicht.


Zu zweit wurde die Heizschleife verlegt. Es gibt zwar Abroller dafür, in so einem kleinem Raum aber nicht einsetzbar.


Der Meister hats dann angeschlossen.


Erster Test - OHHHH, schön warm.


Ich habe dann die Matte und die Heizschleifen mit Hakendübeln befestigt.


Werner, mein Maurer, hat dann den Estrich gemacht. Damit dieser keinen festen Kontakt zur Wand hat, muss dieser blaue Streifen eingelegt werden.


Der Duschbereich braucht ein Gefälle zum Ablauf hin. Hier konnten wie leider keine Fussbodenheizung anbringen, da der Estrich zu dünn geworden wäre. Da der Estrich hier unterschiedlich warm wird und somit nicht homogen arbeitet, macht man, um eine kleine Sollbruchstelle zu erreichen, einen Kellenschnitt.


Dann war wieder Zeit für die Fliesenleger.



Hier die geflieste Vormauerung, mit installierten Sanitäreinrichtungen.


Die Abstellfläche für Duschgel. Genau hinsehen - sogar oben gefliest.


Damit nichts durchfällt und natürlich, dass kein Wasser durchspritzt wurde eine Milchglasscheibe, fliesenseitig mit Silikon, mauerseitig mit Acryl, angeklebt.


Hier seht Ihr übrigens den Übergang von normalen Bereich in den abschüssigen Duschbereich (roter Pfeil). Hier wurde ja, wie beschrieben, der Kellenschnitt im Estrich gemacht. Die Fliesen wurden hier auch entsprechend unterbrochen und flexibel aussilikoniert.
Außerdem seht Ihr den Thermostat (roter Kreis) für die Fußbodenheizung. Es gibt übrigens keine Probleme mit dem Heizkörper darüber. Um Nachfragen vorweg zu nehmen, Die Fläche der Fußbodenheizung hätte nicht ausgereicht um den Raum angenehm warm zu beheizen.


Ich habe dann alles abgeklebt und den Übergang zwischen Wand und Decke acryliert (ist das eigentlich ein geläufiges Verb?)...


... und schließlich gestrichen.


Ich hatte mir einen großen Duschkopf gewünscht und so sah er dann aus, hier mal kurz angebracht, um die Höhe zu testen.


Wir haben dann vom Glaser noch einen schönen Spritzschutz bekommen.
Vorteil, durch das transparente Glas wirkt der Raum nicht verkleinert.


Naja, dann habe ich das erste mal geduscht herrlich, aber irgendwie... geht das nicht doch noch besser? Ich war nicht ganz zufrieden und telefonierte mit meinem Sanitärler und so haben wir einen bisschen größeren Duschkopf montiert.

Viel Besser!!!


Fazit:

Die Planung der Bäder war ungeahnt umfangreich. Aber die etlichen Stunden, Ideen, Ratschläge, verworfene Ideen, verworfene Ratschläge, waren es wert. Ziel war es unten ein Bad zu schaffen, das genutzt wird, obwohl es nicht im gleichen Stockwerk ist wie im Schlafzimmer. Der große Wohlfühlduschkopf, das Glas der warme Boden im Winter hat dazu geführt, dass ich von der Baderatte zur Duscheratte wurde. Ja, das hat auch was gekostet. Wir haben für die Bäder sicherlich €4.000 bis €5.000 mehr ausgegeben, aber die paar Besonderheiten machen es genau dazu, nämlich zu etwas was wir jeden Tag als Besonderes erleben dürfen.

Und schließen darf ich mal mit der Aufzählung und vor allem den Dank an all die Leute, die an diesem Bauabschnitt helfende Hand angelegt haben:

Claudia, Reinhard, Timo, Tobias, Mein Neffe, Hr. Keller (mein Sanitärler) und sein Azubi, sowie Werner (mein Maurer) und an meinen Fliesenleger, der ein angefangenes Gewerk übernommen hat.

Vielen Dank!

So, jetzt aber Schluss. Computer aus und selber was machen!

Liebe Grüße

Euer Martin :O)


Kommentare:

  1. Hallo Martin,

    Glückwunsch zu Deinen fortschreitenden Arbeiten. Sie gelingen dir nach den Bildern zu urteilen sehr gut. Bewundernswert ist Deine Ausdauer, da die Arbeiten aktiv von Dir begleitet werden. Ich wünsche Dir weiterhin den langen Atem und die nötige Kraft!

    Mit herzlichen Grüßen

    Uwe

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    1. Ach Uwe,

      Du hast immer wieder ein nettes Wort für mich übrig. Find ich Klasse. Ach übrigens, so viel Kraft brauch ich nicht mehr, da ich vor einiger Zeit die Baustelle für beendet erklärt habe. Daher hab ich jetzt endlich auch Zeit Euch daran teil haben zu lassen.

      Bis bald.

      Pfiadi

      Martin :O)

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